Schieloperationen


An jedem Auge gibt es sechs äußere Augenmuskeln. Diese halten die Augen im Gleichgewicht. Beim Schielen besteht ein Ungleichgewicht zwischen den Augenmuskeln, so dass die Augen nicht mehr gerade stehen.

Durch eine Operation an den Augenmuskeln werden zu stark ziehende Muskeln abgeschwächt, indem sie zurückgelagert werden. Zu schwache Muskeln werden durch Verkürzung verstärkt. Oft besteht nicht nur ein reines Innen- oder Außenschielen, sondern auch ein Höhenschielen. Dieses wird häufig durch Fehlfunktionen der schrägen Augenmuskeln ausgelöst und wird ggf. bei der Operation mitkorrigiert. In ca. 80 bis 85% ist eine Augenmuskeloperation zum Ausgleich des Schielwinkels ausreichend. Manchmal werden jedoch später weitere Augenmuskeloperationen erforderlich. Dies gilt insbesondere für sehr große und/oder komplexe Schielwinkel.

Grundsätzlich können Augenmuskeloperationen mit örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose erfolgen, die meisten Patienten entscheiden sich jedoch für eine Vollnarkose. Ob eine Augenmuskeloperation ambulant oder stationär durchgeführt wird, wird im Einzelfall auch in Absprache mit den Anästhesisten entschieden. Bei kleinen Kindern besteht die Möglichkeit, ein Elternteil stationär mit aufzunehmen. Außerdem gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige zum Beispiel im Familienhaus.

Zum Ablauf einer Augenmuskeloperation

Vor einer Augenmuskeloperation muss immer zeitnah eine ausführliche Untersuchung in unserer Abteilung für Orthoptik erfolgen. Hier werden u. a. die Schielwinkel exakt bestimmt. Anhand dieser Untersuchung wird die Art der Operation festgelegt. Am selben Tag erfolgt weiterhin ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die Operation sowie eine Vorstellung in der Anästhesie. Bei Kindern und Jugendlichen muss an diesem Tag wenigstens ein Erziehungsberechtigter (mit dem Einverständnis des weiteren Erziehungsberechtigten), bei betreuten Personen der gesetzliche Betreuer anwesend sein. Spätestens am Mittag können die ambulanten und prästationären Patienten wieder nach Hause fahren. Die stationären Patienten werden an diesem Tag bereits aufgenommen.

Die Patienten müssen am Tag der Operation in der Regel zwischen 7 und 8 Uhr auf der Station eintreffen, da vor der Operation noch einige Vorbereitungen erforderlich sind. Die Operation erfolgt im Laufe des Vormittags. Die ambulanten Patienten können nach Zustimmung der Anästhesie am Nachmittag in Begleitung wieder nach Hause gehen.

Am Tag nach der Operation erfolgt bei den stationären wie bei den ambulanten Patienten die augenärztliche Untersuchung in der Orthoptik. Normalerweise können die Patienten ein bis zwei Tage nach der Operation wieder nach Hause gehen.

Nach der Operation müssen für einige Zeit antibiotische Augentropfen und Augensalbe verabreicht werden. Weiterhin muss der niedergelassene Augenarzt ein bis zwei Tage nach der Entlassung aufgesucht werden. Er übernimmt dann die weiteren Kontrollen.

Kinder können i. d. R. für ca. eine Woche nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen. Auf (Schul-) Sport muss für zwei bis drei Wochen verzichtet werden. Erwachsene sind meist nach ein bis zwei Wochen wieder arbeitsfähig.

 
 
 
 

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Klinik für Augenheilkunde
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